Der Krieg geht weiter !
Der Irak ist mit 15.095 Millionen Tonnen Erdöl, nach Saudi-Arabien (35.396 Millionen), aber noch vor Kuwait (13.024 Millionen) das Land mit den grössten Ölreserven.
(Quelle: Esso (EXXON/Mobil Oil) Oeldorado.PDF)

Dieser Platz als Erdölland No 2. weckt das massive Interesse der US-Ölkonzerne.

Unter dem Deckmantel des "Krieges gegen den Terror" will Bush nun auch gegen ein Land vorgehen, dass selbst nach Aussagen des CIA nichts mit den Terroranschlägen vom 11. September zu tun hat.

Bush kündigte seinen "Verteidigungs-Krieg" nicht ohne Grund als lang und verlustreich an, denn er hatte ein klares Ziel vor Augen: Nach den Anschlägen am 11. September bot sich ihm die einzigartige Gelegenheit, einen für Amerikas Stellung als Weltmacht existentiell notwendigen Krieg als pure ,Verteidigung gegen den TerrorismusÎ zu verkaufen. Das ein 40 Milliarden Dollar teurer Krieg gegen die Einzelperson Bin Laden jeder Logik entbehrt, sollte klar sein. Nicht nur sein Aufenthalt ist nach wie vor unbekannt, so dass die Suche nach der Nadel im Heuhaufenã ziemlich unsinnig ist, auch unzählige unschuldige Zivilopfer sind zu beklagen, und aus Krieg entsteht für gewöhnlich neuer Terrorismus. Thesen für die Unsinnigkeit des US-Vorgehens lassen sich noch beliebig weiterführen und wer unsere letzten Flugblätter gelesen hat, hat sie dort sicher schon finden können, doch hier geht es um etwas anderes. Für die USA und ihren Präsidenten Bush ist es nämlich gar nicht unsinnig, einen Krieg gegen Afganistan zu führen.

Es ist abzusehen, dass die USA in einigen Jahren vorraussichtlich jährlich einen Verlust von 400 Mio. Tonnen Erdöl haben werden, der zur Sicherung der Wirtschaft ersetzt werden muss. Eine Pipeline von Kasachstan könnte jährlich 50. Mio Tonnen Erdöl für die USA garantieren. Allerdings könnte diese nur über Iran, Russland, Aserbaidschan, Armenien, die Türkei oder aber durch Afganistan zum Indischen Ozean führen. Die einzige ,sichereÎ Route, die der USA Unabhängigkeit von Russland und relative Konfliktfreiheit garantiert, ist die über Afghanistan, in der es ,nurÎ den Konflikt mit den Taliban gibt, mit denen übrigens schon intensiv über diese Pipeline verhandelt wurde. Dieses erste Ziel , die Sicherung von 50 Mio. Tonnen Öl, haben die USA nun also erreicht, unter der neuen Regierung steht nichts dem Bau einer Pipeline entgegen.

Was aber hat dies alles mit Somalia zu tun? Nun, Somalia ist das nächste Land, gegen das der Krieg gegen den Terrorã geplant ist. Die Welt berichtet, dass Vertreter eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel erklärten, die Frage sei nicht mehr, ob in Somalia eingegriffen werde, sondern nur noch wann und mit welchen Mitteln (Die Welt, 19.12.2001, Internet-Ausgabe).Französische Einheiten sowie ein Vorauskommando der deutschen Marine befinden sich bereits in der früheren französischen Kolonie Dschibutiã (Die Welt, 10.12.), die direkt an der Nordwestgrenze Somalias liegt.

Somalia selbst ist ein durch Bürgerkriege völlig zerrüttetes Land. Seit August 2000 sind hier alle Versuche gescheitert, eine Zentralregierung zu errichten. Verschiedene gegeneinander konkurrierende Clans kämpfen unter ihren Kriegsherren um die Macht, wobei es die Industrieststaaten waren, die die Bevölkerungsgruppen des Landes in ihrem Kampf um "Einflusssphären" gegeneinander aufgehetzt haben.

Die USA rechtfertigen den geplanten Militärschlag der Nato mit dem Vorwand, die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 seien von Somalia aus geplant worden. Für ihre Intervention sind die Vereingten Staaten sich nicht einmal zu Schade, General Aidid und seine Truppen auszurüsten (Die Welt, 10.12.), dessen Vater 1993 die nackten Leichen von US-Soldaten durch die Straßen Mogadischus schleifen ließ, der ehemaligen somalischen Hauptstadt.

Aber was für Gründe gibt es für den Nato-Einmarsch, wenn man die vorgeschobene ,Terrorismus-BekämpfungÎ außer Acht lässt? Somalia liegt am Golf von Aden, der Meerenge, die das Rote und das Arabische Meer miteinander verbindet. Diese Stelle ist nicht nur ein entscheidender Durchgang für die gesammte Schiffahrt in den Mittelmeer- Bereich, sondern bietet auch die kürzeste Route in die USA. Allein 80% aller Öltanker aus und nahezu alle Kriegsschiffe in den Nahen Osten müssen diese Meerenge passieren. Somit hat sie für Handel und Politik eine sehr wichtige Bedeutung. Noch gravierender wird diese Tatsache durch die geografischen Gegebenheiten, da die Meerenge so schmal ist, dass schon der Untergang (bzw. das Versenken) von drei Tankern diese unpassierbar machen würde. Es ist also für die Nato und die Vereinigten Staaten von allergrößter Wichtigkeit, dieses ,NadelöhrÎ kontrollieren zu können, und so brauchen sie eine US-loyale Regierung in Somalia.

Einen Nebenaspekt bilden auch hier direkte Erdölvorkommen im Land, die in Somalia vermutet werden. Diese Ölfelder stellen eine potentielle Quelle dar, mit denen die USA ihr bedrohlich nah gerücktes Defizit auffüllen könnten.

Wir müssen also realisieren, dass auch dieser Krieg nicht zum Schutze der unterdrückten Bevölkerung in Somalia geführt werden wird, sondern genauso wie der Krieg gegen Afghanistan als Angriffskrieg zu bewerten ist. Ökonomische Interessen sind es, die die USA und mit ihr die NATO dazu führen, sich als ,WeltpolizeiÎ zu rüsten, und nicht eine humanitäre Idee. Das aber können wir nicht zulassen! Es ist unsere Aufgabe, diesen Krieg zu verhindern, nein zu sagen zu den Machtansprüchen der Westlichen Länder.

Der Krieg in Somalia wird sonst nicht der letzte bleiben, denn wie wir alle vom Präsidenten der Supermacht USA, George Walker Bush, wissen, wird dieser Krieg³lang und verlustreichã sein. Die als nächste Kriegsziele anvisierten Länder hat er auch schon in seiner Liste der³Schurkenstaaten genannt: Irak, Iran, Libyen, Syrien, Sudan und Nordkorea. Und auch die Eskalation des Krieges lässt sich kaum vorher sehen, denn die ,Anti-Terror-KoalitionÎ ist nicht nur in islamische und christliche Länder gespalten. Eine ihrer Bruchlinien verläuft auch zwischen den Industrieländern, die sich bald auch untereinander um die immer knapper werdenden Ölressourcen streiten werden.

Wir dürfen dies nicht blindlings mitmachen!
Wehren wir uns!

Kein Blut für Öl!


Aufruf zu einem offensiven Antikriegs-
Komitee gegen Bushs Angriffskrieg

36% der Bevölkerung sind gegen Bushs Krieg in Afghanistan (Infratest); diese Haltung ist momentan leider nur passiv und äußert sich nicht in regem Zulauf zu den Aktionen gegen den Krieg. Weitestgehend glaubt man wohl, die Kriegsziele der USA - angeblich das Vorgehen gegen den weltweiten Terrorismus - seien legitim. Da der Krieg und die mögliche Ausweitung auf Libyen, Libanon und andere Ölländer von der UNO genehmigt ist, halten sie ihn für einen Verteidigungskrieg.

Gelänge es, die wahren Ursachen für die US-Militäraktionen gemeinsam zu propagieren, würde die Stimmung in der Bevölkerung wohl ganz anders aussehen.

Kriegsursache: Öl
Der Anschlag auf das World Trade Center war nur ein willkommener Anlass für die US-Regierung, ihren seit Anfang der 90-er Jahre geplanten Bau einer Erdöl-Pipeline vom turkmenischen Chardzou an die pakistanische Küste durchzusetzen. Dazu müsste sie mitten durch das von den Talibani kontrollierte Afghanistan gebaut werden.
Im Kaukasusraum fördern auch Amerikas Konkurrenten Russland und China Erdöl. Russland plant sogar eine Super-Pipeline mit einer Förderkapazität von 700.000 Barrel pro Tag und droht somit, den USA den Rang abzulaufen. Dieser Druck zwingt Bush zum schnellen Handeln. Von der Pipeline hängt das Fortbestehen der amerikanischen
Vorherrschaft in der Weltwirtschaft ab.

Würden die USA tatsächlich gegen den Terrorismus zu Felde ziehen, müssten sie erst einmal die Ursachen für ihn beseitigen, die Bush auch beim Namen genannt hat:
Die Vereingten Staaten müssten Israel (das seit 1975 immerhin 80 Mrd. $ aus den USA erhalten hat) unter Druck setzen, damit es seine Truppen aus Palästina zurückzieht.
Der Boykott gegen Irak müsste sofort eingestellt werden.
Würde es wirklich um die Vernichtung Ben Ladens und seiner Organisation Al-Kaida gehen, würde keine bisher 40 Mrd. $ teure Materialschlacht geführt werden, sondern eine Geheimdienstaktion. Das Risiko eines Weltkrieges gehen die USA nur deshalb ein, weil sie ökonomisch mit dem Rücken an der Wand stehen.
Raus aus der Defensive
Nun ist es unsere Aufgabe, eine Kampagne zu starten, in der den Menschen die Wahrheit gesagt wird. Wir müssen massive Propaganda machen, damit verstanden wird, dass der Krieg nicht gegen den Terrorismus geführt wird, sondern um Erdöl.
Wir sind also nicht mit einem Verteidigungskrieg konfrontiert, sondern mit einem Angriffskrieg.
Stoppt Bushs Angriffskrieg!

Kein Blut für Öl!

Bei Fragen Email an christoph@kein-blut-fuer-oel.net